Wärmepumpe im Altbau – was du vorher wissen solltest
Neues Heizungsgesetz, kalte Winter auf der Baar, alte Heizkörper: Was eine Wärmepumpe im Bestandshaus im Kreis Rottweil wirklich braucht – und was sie 2026 an Förderung bekommt.

Im Kreis Rottweil stehen viele Häuser aus den 1960er- bis 1990er-Jahren, die bis heute mit Öl oder Gas heizen. Die Frage, die wir dazu am häufigsten hören: „Funktioniert eine Wärmepumpe in so einem Haus überhaupt?“ Die ehrliche Antwort: in sehr vielen Fällen ja – wenn sie richtig geplant ist. Entscheidend sind nicht das Baujahr und auch nicht die Fußbodenheizung, sondern ein paar Zahlen, die sich vorab prüfen lassen. Hier steht, welche das sind.
Das neue Heizungsgesetz: kein Zwang, aber eine klare Richtung
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und löst das bisherige „Heizungsgesetz“ ab. Die Pflicht, beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen, ist entfallen. Eine funktionierende Heizung darf weiterlaufen, und auch neue Gas- und Ölheizungen sind wieder erlaubt. Ganz frei ist die Wahl trotzdem nicht: Neue fossile Heizungen müssen ab 2029 schrittweise steigende Anteile an Biobrennstoffen nutzen – mindestens 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Dazu kommt der steigende CO₂-Preis.
Die wichtigste Zahl: deine Vorlauftemperatur
Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Temperatur ist, mit der das Heizwasser in die Heizkörper fließt. Als grobe Grenze gilt: Kommt dein Haus an den kältesten Tagen mit 55 Grad Vorlauf oder weniger aus, ist es fast immer wärmepumpentauglich. Moderne Geräte schaffen auch mehr – die Luft-Wasser-Wärmepumpe AEROTOP SPK von Elco etwa nach Herstellerangaben bis 70 Grad –, aber jedes Grad weniger spart Strom.
Du kannst das selbst testen: Stell deine jetzige Heizung im Winter einige Tage auf 50 bis 55 Grad Vorlauf und dreh alle Thermostate ganz auf. Wird es in allen Räumen warm, ist das ein gutes Zeichen. Bleiben einzelne Räume kühl, reicht oft der Tausch eines oder zweier Heizkörper gegen größere Modelle – eine komplette Fußbodenheizung ist selten nötig.
Kalte Winter auf der Baar: Warum die Auslegung zählt
Die Baar und die Höhenlagen im Kreis Rottweil gehören zu den kältesten Gegenden Baden-Württembergs. Eine Wärmepumpe muss deshalb auf deutlich tiefere Außentemperaturen ausgelegt werden als im Rheintal. Das klappt problemlos – aber nicht mit einer Schätzung über den alten Ölverbrauch. Wir berechnen die Heizlast deines Hauses raumweise:
- Zu klein ausgelegt, springt an den kältesten Tagen häufig der elektrische Heizstab an – das wird teuer.
- Zu groß ausgelegt, schaltet die Wärmepumpe ständig ein und aus. Das kostet Effizienz und Lebensdauer.
Luft oder Erdwärme?
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Erdwärmepumpe | |
| Wärmequelle | Außenluft | Erdreich über Sonde oder Kollektor |
| Aufwand | Außengerät, schnell montiert | Bohrung oder Erdarbeiten, Genehmigung |
| Effizienz im Winter | gut, sinkt bei starkem Frost | sehr gleichmäßig, auch bei Frost |
| Typischer Einsatz | die meisten Bestandshäuser | großer Wärmebedarf, passendes Grundstück |
Im Bestand ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der Normalfall. Beide Varianten gibt es bei unseren Herstellern: IDM aus Osttirol mit den Reihen AERO und TERRA, Elco mit AEROTOP und AQUATOP.
Förderung 2026: bis zu 70 Prozent Zuschuss
Unabhängig vom neuen Gesetz fördert der Bund den Umstieg auf die Wärmepumpe weiter über die KfW-Heizungsförderung. Seit dem 21. Juli 2026 gelten diese Sätze:
| Grundförderung | 30 % – für alle Eigentümer |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % – für Selbstnutzer, die eine alte Heizung ersetzen; sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich |
| Einkommensbonus | 40, 30 oder 10 % – je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen |
| Höchstförderung | 70 % der förderfähigen Kosten, bei sehr geringem Einkommen mehr |
| Förderfähige Kosten | bis 28.000 € für die erste Wohneinheit |
Wichtig: Die Wärmepumpe muss ein natürliches Kältemittel wie Propan nutzen, und der Antrag muss gestellt sein, bevor gebaut wird. Welche Förderung für dich infrage kommt, prüfen wir vor dem Auftrag – und planen den Ablauf so, dass nichts verloren geht.
Wärmepumpe und Photovoltaik: das starke Duo
Eine Wärmepumpe braucht Strom – am günstigsten ist der vom eigenen Dach. Im Winter deckt die PV-Anlage zwar nur einen Teil, in Frühjahr, Herbst und für das Warmwasser im Sommer aber einen großen. Die Regelungen unserer Hersteller können die Wärmepumpe bevorzugt dann laufen lassen, wenn die Sonne scheint. Genau hier liegt unsere Stärke: Wir planen Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe als ein System – statt drei Gewerke von drei Firmen.
So läuft es bei Koch Energie
- Beratung vor Ort: Wir sehen uns Heizung, Heizkörper und Zählerschrank an und klären, was dein Haus braucht.
- Planung und Förderung: Heizlast berechnen, Gerät auswählen, Förderung prüfen – bevor du etwas unterschreibst.
- Einbau: Die Wärmepumpe setzt unser erfahrener Heizungsbau-Partner, die Elektrik machen wir als Meisterbetrieb selbst.
- Ein Ansprechpartner: Von der ersten Frage bis zur Inbetriebnahme bleibt Inhaber Julian Koch dein Kontakt.
Fazit
Eine Wärmepumpe funktioniert in den meisten Altbauten im Kreis Rottweil – wenn Vorlauftemperatur und Heizlast vorher sauber geprüft werden. Das neue Gesetz nimmt den Zeitdruck raus, die Förderung ist 2026 aber so hoch wie lange nicht mehr und sinkt ab Februar 2027 schrittweise. Alles Weitere zu Ablauf und Systemen findest du auf unserer Seite zur Wärmepumpe im Kreis Rottweil.
Geschrieben vom Team Koch Energie, Deißlingen-Lauffen · Stand 17.10.2026
Häufige Fragen zum Thema
Kurz beantwortet – alles Weitere klären wir im Beratungsgespräch.
Funktioniert eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern?
Muss ich meine Öl- oder Gasheizung jetzt austauschen?
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe 2026?
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